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Hessenwahlkampf

Da es nun durchgestanden ist, einige Worte zur Hessenwahl, auch wenn mir der Spass an der ganzen Sache gründlich vergangen ist. Über das Ergebnis gibt es nicht viel zu sagen: Die SPD hat ihr Fett also abbekommen, wovon erfreulicherweise nicht "Die Linke" profitiert hat. Koch hat eigi auch nicht gewonnen, darf aber regieren. Das FDP vor Grün liegt ist schade, war aber absehbar. Nun denn, also Schwarz-Gelb, nen Flughafenausbau und laut Koch keine Studiengebühren. Naja der Staat ist ja in "Zeiten wie diesen" angehalten, Geld in Infrastruktur und/oder Bildung zu investieren, man darf gespannt sein, wem die Zuwendungen dann nützen werden.

Wo wir bei "In Zeiten wie diesen" sind: Die CDU warb mit dem Slogan: "In Zeiten wie diesen Kämpfen wir um jeden Arbeitsplatz" Wäre ich Aktivist und nicht Träumer, hätte ich das ganze mit Kleister und Papier in "In Zeiten wie diesen kämpfen wir um jeden Meter Boden." verwandelt. Hätte unserer hessischen Stahlhelm-Union gut zu Gesicht gestanden, denken bestimmt auch die Leute in unserer tief braunschwarzen Jägerzaun-Provinz.

Aber die Union hat eine zentrale Botschaft verstanden: Parteien sind keine guten Werbeträger - auch nicht im Wahlkampf. Darum haben sie Plakate einer Kandidatin mit der Frage: "Kennen sie diese Frau?" aufgehängt, ohne Verweis auf den eigenen Verein. Hier hätte sich aus der Sicht eines Aktivisten "...von unten?" angeboten. Erst auf der zugehörigen Web-Page dann die Aufklärung: Nein, diese Person zieht sich hier nicht für uns aus, sie möchte gewählt werden. kk_thx _ich_bin_dann_mal_wieder_weg. Aber sehr geschickt das ganze. Die SPD hat auch das schlechter gemacht. Ein gewisser Herr Paris warb explizit mit seinem Namen, was zumindest in meinem Falle ein schwieriges Unterfangen ist, da ich bei Paris an eine Stadt oder Verhütung, nicht aber an Bornheimer Lokalpolitker denke. Vielleicht muss man Herrn Paris von der SPD ja kennen, ich bin da allerdings schmerzfrei und auch kein Rundschau -Leser, also druff geschisselt...

Die ebenfalls von der SPD gestellte Frage: "Wirklich wieder Koch?" ist natürlich gewagt, wenn es sich um eine Wahl handelt, die nur erforderlich wurde, weil die Sozen sich auf Teufel komm raus als unfähig erwiesen haben, eine eigene Regierung zu stellen. Insofern zwangsläufig: "Ja!" Das wurde so mit Edding auch auf diese Plakate geschrieben und ich habe nichtmal die JU in Verdacht. Hätte ich auch sein können, schaller... Die Frage legt jedenfalls nur diese eine Antwort nahe." Eigentor?! Never! Doch nicht bei der Hessen-SPD, die verstehen was von ihrem Handwerk...

Die Grünen betrieben ebenfalls einen personaliserten Wahlkampf. Tarek al Wazir ist jetzt auch offiziell beliebtester Schwiegersohn Hessens, wir gratulieren. Ausserdem arbeiten sich die Grünen immernoch an ihr Koch-Phobie ab. Verständlich, aber kann man dem Mann tatsächlich auch Klimawandel und Finanzkrise in die Schuhe schieben? Eben nicht! Als böte er nicht genug Angriffsfläche... als wären das hessische Themen. Wobei Glaubwürdigkeit sicher nicht das Schlagwort war, dem man sich als Partei des linken Spektrums in diesem Wahljahr 09 bedienen sollte. Ach, warn das noch Zeiten, als man dem amtierenden Ministerpräsidenten "Lügner, Lügner!" entgegen brüllen konnte, seufz...

Der einzig tolle Werbespruch der SPD war das "Den Neuen wählen!" Da ist dieses minimale Quentchen Ironie enthalten, dass sehr hilft, die prekäre Lage der Hessen-SPD sportlich zu nehmen. Und tatsächlich wurde TSG am Wahlabend wohlwollend beurteilt. Naja, wahrscheinlich war man sich von Wiesbaden bis ins Willy-Brandt_Haus einig, dass es besser ist, einen hoffnungslosen aber aufrechten Verlierer zu loben, als auch nur ein Sterbenswörtchen über die Wahlsiegerin'08 Ypsilanti zu verlieren.Was für eine Demontage in dieser Personalie... Der erste O-Ton von TSG hatte mir noch die Schamesröte ins Gesicht getrieben, das war der unseelige Witz auf Kosten von Kochs Äußeren. Habe mich an diesem Ort bereits darüber ausgellassen. Am Abend der Wahl formulierte er erfrischend klar und knapp das Eingeständnis der Niederlage. Naja, da gab's halt auch nix zu deuteln. Und nun ab ins Hinterstübchen und den Laden von der Kreisebene aufwärts wieder auf die Beine bringen - viel Spass dabei.

Der Wahlkampf der FDP ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Ich erinnere mich an keinen einzigen Slogan, bin mir aber sicher, dass sie "Steuersenkung für alle!"* gefordert haben. Wovor mir graut, ist Westerwelle im Größenwahn. Neulich haben ihm seine Parteikollegen bereits attestiert, da habe sich einer als Außenminister empfohlen. Äh what...? Westerwelle weiß nichtmal, wer den Krieg gewonnen hat, hat den Charme eines Bankkaufmannes auf Pepp und ist mit seiner allzeit zur Schau gestellten Selbstüberschätzung genau der Falsche für das nach Besonnenheit und Solidität verlangende Amt eines Außenministers. Der soll Steuern senken und die Kampagne 28+ ausrufen, reicht völlig...  

Fazit der Hessenwahl09 bleibt dasselbe wie vorher: Das Ausmaß und die Art und Weise der Selbstzerstörung seitens der SPD ist so atemberaubend wie unverständlich. Seit wann bringt sich eine Partei um eine gewonne Wahl - um eine greifbare Regierung? Um exorbitante Rentenansprüche für alle, um Dienstwagen, Spesenrechnungen, Lobbyisten-Dinner und rasierte Thai-Fötzchen auf Kosten von VW? (hier dürfte das Fraport erledigen.) Und wieso ist es wieder eine Frau, der die eigene Mannschaft den Saft abdreht? Naja, jetzt können Ypsilanti und Heide Simonis gemeinsam nen Tanzkurs buchen, dann klappts beim nächsten mal vielleicht auch mit den Kollegen aus der Fraktion...

so far, q.

 

 *mit einem Jahreseinkommen von + 80.000€/ano

20.1.09 23:38
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dinsch (27.1.09 14:28)
Mein Gott q,

"wäre ich Aktivist und nicht Träumer"

wie sehr ich es nachfühle, wie sehr ich Dich mag


qdo (28.1.09 20:34)
...


blorg / Website (10.2.09 08:16)
"wäre ich Aktivist und nicht Träumer"

tyaya, das geht mir auch regelmäßig durch den Kopf...
aber das haben die Studenten vor der Französischen Revolution wahrscheinlich auch gedacht

Interessanter Blog,
schönen Tag noch,

blOrg~


qdo (11.2.09 10:55)
Es waren die Marktfrauen damals in Paris :-) Studenten saufen, huren und reden klug, um besser saufen und huren zu können. Oder so...

Sowie: Hi, new friend & thx

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